Göttinger Tageblatt

23.03.2002 - Wasserstoffblasen verraten Turbulenzen

Schüler gewinnen mit Strömungskanal Landesentscheid "Jugend forscht"

Wasserstoffblasen verraten Turbulenzen

Beim Landeswettbewerb "Jugend forscht" haben die Göttinger Kai Wissner und Christian Klauer vom Felix-Klein-Gymnasium (FKG) im Bereich Physik die ersten Plätze belegt. Marc Schappeit, Alexander Mann und Burkart Lingner aus Göttingen errangen im Fach Technik mit ihren Internet tauglichen Taschenrechnern den zweiten Platz.

Göttingen (maz). Über ein Jahr haben die beiden 18-jährigen Kai Wissner und Christian Klauer an der Fertigstellung ihres Projekts geschweißt, geschraubt und programmiert. Ergebnis: Ein EDV gestützter Wasserströmungskanal. Hauptzweck des Geräts ist die Optimierung von Flugzeugprofilen. So kann beispielsweise ein Flügelteil in den Kanal eingeführt werden, dessen Strömungseigenschaften dann durch vorbeirasende Wasserstoffbläschen, die durch Elektrolyse erzeugt werden, sichtbar gemacht werden. Festgehalten wird das ganze neben den Computerdaten auch optisch von einer Digitalkamera. Die Idee zum Projekt kam nicht von ungefähr: Kai ist seit Jahren Segelflugpilot. Christian beschäftigt sich von Kindesbeinen an mit Computern. Er schrieb zur Realisierung des Kanals eigene Programme. Von Seiten der Schule und vom Deutschen Luft- und Raumfahrtszentrum hätten sie jede erdenkliche Unterstützung erhalten, sagen die Gewinner.
Flügel werden selbst getestet
Die optimierten Flügel werden demnächst im Selbstversuch von Kai ausprobiert. Wenn alles planmäßig verläuft, müsste der Flug im Segelflugzeug dann leiser und turbulenzfreier als vorher ablaufen. Die beiden Landessieger, die zusätzlich mit einem Sonderpreis bedacht wurden, nehmen nun vom 23. bis zum 26. Mai am Bundeswettbewerb "Jugend forscht" in Darmstadt teil.
Die Göttinger Marc Schappeit, Burkat Lingner und Alexander Mann - ebenfalls vom Felix-Klein-Gymnasium - haben aus der Not eine Tugend gemacht: Weil ihnen der Unterricht bisweilen ziemlich langweilig war, vernetzten sie ihre Taschenrechner per Funk mit einem Basiscomputer und surften so bequem mit ihrer Rechenhilfe im Internet. Eineinhalb Jahre lang haben die drei getüftelt, bis die Taschenrechner neben Wurzel- und Potenzrechnungen auch reibungslosen E-Mail- und SMS-Versand in ihrem Repertoire hatten. Der "Jugend forscht"-Jury gefiel die Idee so gut, dass sie dem Trio den zweiten Platz im Bereich Technik
zugestand.

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