Blick

12.04.2000 - Exotisches Versprechen mit 250 Schriftzeichen

Das "Land des Lächelns" mag eine nette Operette sein und schön bunt (was junge Leute mögen) - doch mehr auch nicht. Rund 30 Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 bis 11 am Felix-Klein-Gymnasium wollen mehr: Seit August vergangenen Jahres öffnen sie sich den exotischen versprechungen japanischer und chinesischer Schriftzeichen, die ihnen Hardy Klinger (zuvor elf Jahre als Lektor und Lehrer in Osaka tätig) in seiner Japan AG näherbringt. Klinger: "Die Lernbereitschaft ist enorm." Brieffreundschaften, Eltern (die auf den fernöstlichen Inseln ihren Beruf ausübten) oder Karate- und Aikido-Training - die Bezüge der Kursteilnehmer zum Land sind vielfältig. Und nicht zuletzt möchten sie Comcis im Original lesen. Unterstützt werden sie dabei von Mit- und Austauschschüler Motoki Nahamira (im Bilde hinter Hardy Klinger), der in diesem Jahr in Göttingen zu Besuch ist. Die Jugendlichen haben mit 50 Zeichen begonnen. Damit kann man ein Kinderbuch vor-lesen, betont der 46jährige: "Den Inhalt können sie noch nicht verstehen; ein sechsjähriger Japaner schon, weil er in seiner Heimat aufgewachsen ist." Geduld ist also gefragt. 50 weitere Zeichen (für Fremdwörter wie Computer oder Television) standen und stehen jetzt auf dem Lehrplan.

Nächster Schritt ist das Erlernen von chinesischen Zeichen - Bedeutungsträger ohne spezifische Aussprache; "damit gehts richtig los", so Fachmann Hardy Klinger, "ein Zeichen hat bis zu 25 Striche." Klingers Ziel ist es, die AG mit den aktuellen Teilnehmern drei Jahre aufrechtzuerhalten; dann sollten 250 der 2000 chinesischen Zeichen wohl bekannt und der frühere Drang nach Original-Comics in der Erinnerung ein weises Lächeln wert sein.

Übrigens: Interessenten, auch außerhalb des FKG, sind in der Arbeitsgemeinschaft herzlich willkommen.

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