
27.06.2026 - Abitur-Feierlichkeiten mal anders
Wenn Stadt- und Lokhalle zu teuer werden
Während der Abiturentlassung des Felix-Klein-Gymnasiums (FKG) geht ein permanentes Wedeln durchs Publikum. Die meisten Anwesenden fächeln sich Luft zu. Bei 32 Grad Außentemperatur muss in der nicht klimatisierten Sporthalle niemand frieren. Dass die Abiturienten ihre Abschlussfeier in der eigenen Sporthalle feiern, ist keine freiwillige Entscheidung. Abiturjahrgänge organisieren ihre Entlassungsfeiern und Abschlussbälle selbst und sammeln dafür das nötige Geld ein. Im vergangenen Jahr war noch die Stadthalle Veranstaltungsort für Abientlassung und Abiball des FKG. Gut 12.000 Euro musste der Abiturjahrgang 2025 für die Stadthalle zahlen. Zusätzliche Ausgaben wie Versicherungen, Dekoration, ein DJ und eine Fotobox erhöhten die Gesamtkosten auf rund 19.000 Euro. Der Preis für eine Ballkarte lag bei 30 Euro.
In diesem Jahr hätte allein die Nutzung der Stadthalle - inklusive Catering - allerdings mehr als 20.000 Euro gekostet. Dieser preisliche Sprung war für den Jahrgang nicht zu stemmen. Die erhöhten Kosten wären dadurch entstanden, dass die Schule verpflichtend ein Buffet hätte dazubuchen müssen. „Das hätte den Preis für die Karte verdoppelt“, erklärt die stellvertretende Schulleiterin Wiebke Hoheisel. Diese Bedingung habe es im vergangenen Jahr nicht gegeben: Das Nörten-Hardenberger Hotel Restaurant Sachsenross, fester Hauscaterer der Stadthalle, habe sich 2025 letztmalig darauf eingelassen, für die Gäste ein optionales Fingerfood vorzubereiten.
Viele Alternativen stehen nicht zur Verfügung
„Wir hatten nicht genug Geld auf dem Konto und die Beteiligung aus dem Jahrgang war zu gering“, erklärt Hanno Behn die Gründe für den Ortswechsel in die eigene Sporthalle. Der Abiturient hat die Entlassung und den Ball mitorganisiert und technisch umgesetzt. „Aber wir haben eine gute Alternative gefunden“, so Behn. Für die Entlassung hätten auch andere Räume zur Debatte gestanden. Jedoch sei die Aula am Wilhelmsplatz ausgebucht gewesen, die eigene Aula sei zu klein und der eigene Schulhof nicht wetterfest.
Für die sportlich angehauchte Entlassungsfeier lieferte eine Firma eine Bühne. Außerdem kam Technik aus der eigenen Aula sowie vom Kreismedienzentrum Göttingen zum Einsatz. Damit konnten die Schüler sogar einen Livestream von der Feier anbieten. „Ich persönlich finde es spannend, das technisch umzusetzen. Aber es ist natürlich ein Riesenaufwand“, sagt Behn. Zum erhöhten Preis der Stadthalle kommentiert er: „Der Preis ist zwar hoch, aber nicht aus der Luft gegriffen. Die Stadt muss auch mit ihren Räumen wirtschaften. Ich weiß, was die Stadthalle für eine Technik hat und was die kostet.“
Zum Abiball geht es für die FKG-Abiturienten nun nach Groß Ellershausen: Der neue Ort hierfür ist das Hotel Freizeit In. Dort müsse der Jahrgang keine Raummiete bezahlen, sondern nur das gebuchte Abendessen, sagt Wiebke Hoheisel. Hinzu komme zusätzlicher Service, der aber gering gehalten werde. Das Menü kostet 47,50 Euro pro Person. Bei 540 Gästen kommt allein fürs Essen eine Summe von 25.650 Euro zusammen – diese wird fast vollständig durch den Eintrittspreis von 45 Euro finanziert. Weitere Ausgaben für Dekoration und Unterhaltung habe der Jahrgang über Verkäufe und Sponsoren finanzieren können, erzählt die Abiturientin Anisa Hunger. (...)







