Exkursion zum Lager Friedland

Der Geschichts-eA aus der Q1 von Herrn Haller hat das Museum in Friedland, das sich mit der Geschichte des dortigen Grenzdurchgangslagers auseinandersetzt, besucht. Begleitet wurde der Kurs von Herrn Dr. Dräger (Referendar) und Herrn Schick (Praktikant). Das Museum ist seit gut einem Jahr eröffnet und befindet sich im ehemaligen Bahnhofsgebäude. Der Kurs wurde dort von der Museumsmitarbeiterin Frau Steinhardt empfangen und zunächst kompetent durch die umfangreiche Sammlung geführt. Seit 1945 kamen über das Lager Friedland mehr als 4 Millionen Menschen in die Bundesrepublik, darunter in der Frühphase vor allem deutschstämmige Vertriebene aus Osteuropa und der Sowjetunion, entlassene Kriegsgefangene und sog. „displaced persons“, später dann Aussiedler sowie Flüchtlinge und Asylsuchende aus zahlreichen Krisenregionen, darunter Chile, Vietnam und, ganz aktuell, Syrien und der Irak. Dabei ist dem Museum die Multiperspektivität ein besonderes Anliegen, um den über 4 Millionen Einzelschicksalen, die sich hinter diesen Zahlen verbergen, gerecht zu werden. Sowohl beim Besuch des Museums als auch beim anschließenden Rundgang durch das Lager konnte der Kurs die Inhalte des laufenden Semesters „Flucht und Vertreibung im Umfeld des Zweiten Weltkriegs“ in Verbindung setzen mit der aktuellen Flüchtlingssituation. Besonders beeindruckend war dabei der Aufbau des Lagers: Während wir aus den Nachrichten eher Bilder von mit Stacheldraht gesicherten und umzäunten Flüchtlingscamps gewohnt sind, die eher an Gefängnisse erinnern, ist das Lager Friedland ein „Dorf im Dorf“, in dem keine Zäune existieren und Anwohner und Lagerbewohner sich gegenseitig mit Respekt begegnen. Auch wenn die Menschen nicht lange im Lager Friedland bleiben, so wird hier doch eine Willkommenskultur gelebt und so ein erster Grundstein für Integration gelegt. So war dies ein eindrucksvoller Besuch, der die theoretische Auseinandersetzung mit dem Thema „Flucht und Vertreibung“ um eine anschauliche und aktuelle Komponente erweiterte.