Robert-Gernhardt-Preis

Es ist wieder soweit. Zum dritten Mal wird an unserer Schule der Robert-Gernhardt-Preis ausgeschrieben. Der Wettbewerb zu Ehren unseres früheren Schülers, des international gefeierten virtuosen Wort-und Bildkünstlers, lebt von eurem Einfallsreichtum und eurer sprachlichen Kreativität. Der aus Sach- und Geldprämien in Höhe von 300€ bestehende Preis soll am Geburtstag Robert Gernhardts verliehen werden, dem 13. Dezember. Unser Kooperationspartner, die Firma Otto Bock HealthCare, unterstützt den Wettbewerb.
Gesucht werden in diesem Jahr die gelungensten Tiergedichte.
Robert Gernhardt hat sich im Leben und in seinen Arbeiten voller Anteilnahme um Tiere bekümmert. Er hat sie gelobt, er hat sie idealisiert. Er hat sie karikiert und bespöttelt. Er hat sich in sie hineinversetzt, er hat sie sprechen lassen. Er hat sie  geliebt, er hat sie betrauert. Darin gilt es, ihm nachzueifern. Wobei, das sei hier verraten, Robert Gernhardt sich gerne Ideen bei anderen Autoren lieh. Er ahmte Wilhelm Busch ebenso nach wie Ringelnatz. Das ist natürlich auch euch gestattet. Zudem könnt ihr eure Gedichte auch illustrieren, also mit Zeichnungen oder Grafiken oder Fotos versehen.
Ihr werdet euch jetzt vielleicht fragen: Wie kann ein Tiergedicht aussehen? Kann ich es zusammen mit einem Freund oder einer Freundin gestalten? Worauf muss ich achten?
Das sind wichtige Fragen. Verschiedene Hinweise und Beispiele sollen euch helfen, diese Fragen zu beantworten. Grundsätzlich können wir mindestens drei Arten von Tiergedichten unterscheiden. An denen könnt ihr euch orientieren: 

Abteilung1: Gedichte, in denen Tiere zusammengereimt werden
Ihr könnt Tiere an bestimmten Orten zusammenkommen lassen, z.B. auf dem Rummel, in der Schule oder im Restaurant, auf dem Sportplatz oder in der Stadt. Ihr könnt Tiere zu verschiedenen Anlässen oder Unternehmungen sich versammeln lassen, beispielsweise beim Konzert oder beim Geburtstag, in der Tanzstunde, bei der Klassenarbeit oder auf einer gemeinsamen Reise. Ihr könnt Tiere auch nach verschiedenen Ordnungsmustern im Gedicht zueinanderbringen, z.B. alphabetisch, nach Tierarten oder nach Lebensbezirken geordnet. Für alle Gedichte dieser Art gilt: Sie sollten mindestens 10 Reimpaare umfassen.

Abteilung2: Gereimte Tiercartoons  
Ihr könnt kleine Zeichnungen von Tieren in gereimter Form kommentierend oder erzählend ergänzen. Dabei können kleine Charakterstudien, Situationsschilderungen oder Geschichten entstehen. Für Gedichte dieser Art gilt: Sie sollten mindestens 4 Zeichnungen mit jeweils mindestens einem Reimpaar umfassen. Statt Zeichnungen könnt ihr auch Fotografien (s/w) verwenden.

Abteilung3: Freie Tiergedichte
Habt ihr ein Tier besonders gern? Habt ihr euch schon einmal vorgestellt, ein Tier zu sein? Wart ihr wegen eines Tieres schon einmal besonders traurig? Die Gefühle, Gedanken und Vorstellungen, die ihr in solchen oder anderen Fällen hattet, könnt ihr in ein Gedicht kleiden. Für Gedichte dieser Art gilt: Sie sollten aus mindestens 15 Versen (= Zeilen) bestehen.

Abteilung 3

Katzen

Warum liebe ich Katzen?
Weil ich gerne wäre wie sie.
Ich kann fauchen wie sie,
aber nicht schnurrenwie sie.
Ich kann lieben wie sie,
aber ich kann nicht frei sein wie sie.
Die Katze kämpft jeden Kampf.
Ich weiche aus, wo ich nur kann.
Sie ist ein Jäger,
ich werde gejagt.
Sie fällt auf die Füße,
ich auf den Bauch.
Warum liebe ich Katzen?
Weil ich gern wäre wie sie.

(Silke Ronshausen, Schülerin, 17 J.)
Seepferdchen (Auszug)

Als ich noch ein Seepferdchen war,
Im vorigen Leben,
Wie war das wonnig, wunderbar
Unter Wasser zu schweben.
In den träumenden Fluten
Wogte, wie Güte, das Haar
Der zierlichsten aller Seestuten,
Die meine Geliebte war.

(Ringelnatz)

Als wir die Katze einschläfern lassen mussten

Krankes, gutverstecktes Tier,
Hab Vertrauen, komm zu mir,
Ich bin's doch, dein Schätzchen,
Sei nicht ängstlich, Kreatur,
Schau, ich bringe dir ja nur
Deinen Tod, mein Kätzchen.

(Robert Gernhardt)


An diesen Gedichtarten könnt ihr euch versuchen und euch mit den Ergebnissen am Wettbewerb beteiligen. Und zwar alleine, zu zweit oder mit einer ganzen Gruppe. Aufgaben lassen sich gut verteilen. Ein Gruppenmitglied liefert eine Idee, ein anderes Mitglied der Gruppe zeichnet, malt oder fotografiert, während ein/e dritte/r Partner/in die gewünschten Verse schmiedet.

Noch Fragen? Dann wendet euch an eure/n Deutschlehrer/in. Sie oder er ist bestimmt bereit, einmal mit euch im Unterricht einige Versuche zu unternehmen.

Einsendeschluss für eure Beiträge ist der 07. November 2011

Bis dahin solltet ihr eure Beiträge eurem Deutschlehrer / eurer Deutschlehrerin geben oder an folgende Adresse richten: Fachgruppe Deutsch am FKG, z.H. Herrn Michael Bahlke, Stichwort „Gernhardt-Preis" (E-Mail: mbahlke@t-online.de).