FKG-Schüler besuchen die FAZ-Redaktion

An dem Projekt "Jugend und Wirtschaft mit der FAZ" nahmen im Dezember 2013 Frau Warnecke-Kharazipour (EA Politik-Wirtschaft) und Frau Lüth (WE Politik-Wirtschaft) mit insgesamt 18 Schülern teil.

An diesem Zeitungsprojekt hat das Felix-Klein-Gymnasium bereits acht Mal teilnehmen können. Während der Laufzeit des Projekts beziehen die teilnehmenden Schüler 12 Monate lang kostenlos die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) und die Sonntagszeitung(FAS). Die Schüler arbeiten mit der FAZ im Unterricht, recherchieren zu selbstgewählten Themen, verfassen und schreiben Artikel für die Schülerseite "Jugend und Wirtschaft". Diese "Schülerseite " erscheint am ersten Donnerstag jeden Monats im Wirtschaftsbuch der FAZ.
An dem jetzigen Durchgang nehmen 58 Schulen, zumeist aus Deutschland, teil. Bis Ende Januar 2014 wurden im Projektjahr 2013-2014 1053 Themenvorschläge, 230 Artikelentwürfe aus 29 Schulen eingereicht, von denen 106 Überarbeitungen nachgereicht worden sind.
Im vergangenen Projektjahr 2012/ 2013 erhielt Adrian Schulz mit drei Artikeln einen der drei Einzelpreise für seine hervorragenden journalistischen Leistungen, die jeweils von den erfolgreichsten Projektschülern erworben werden können. Adrian hat drei Artikel veröffentlichen können und über das Getränk „Clubmate", Eierautomaten und ein italienisches Banken-Kreditsystem berichtet, wobei als Sicherheit für Kredite bei der Bank Parmesanlaibe hinterlegt werden.
Nach Esther Loose, Insa Schiffmann, Johanna Kirchner und Alexander Schäfer war Adrian Schulz der fünfte Schüler des Felix-Klein-Gymnasiums, der für seinen journalistischen Einsatz im Rahmen dieses Projektes mit dieser Auszeichnung geehrt worden ist.
Am 18.12.2013 besuchte die jetzige Projektgruppe auf Einladung von Frau Lisa Becker, der Wirtschaftsjournalistin , die das Projekt in diesem Durchgang betreut, die FAZ zur Teilnahme an der "Redaktionssitzung" in den Redaktionsräumen der FAZ in Frankfurt/ Hellerhofstraße. Hier wurden die eingereichten Schülerartikel von Frau Becker besprochen und mit den Schülern diskutiert.
Vorher war Gelegenheit für eine kurze eigenständige Erkundung der Frankfurter Hauptgeschäftsstraße Zeil, die Besichtigung der Ausstellung von Theodore Géricault in der Kunsthalle Schirn. Abschließend besichtigten die Schüler auf Einladung der FAZ noch die Druckerei der FAZ in Morsfelde.

Protokoll der Fahrt nach Frankfurt/Main zum Redaktionsbesuch der F.A.Z am 18.12.2013

Um 7.17 Uhr starteten wir als eine 18 köpfige Gruppe des Politikkurses der Q1 am FKG mit dem ICE zu einem Redaktionsbesuch der FAZ nach Frankfurt/Main. Geleitet wurde die Exkursion von Frau Lüth und Frau Werner. Gegen 9 Uhr erreichten wir Frankfurt, wo die Schüler zunächst in kleinen Gruppen die Stadt besichtigten. Um 12 Uhr stand als erster Punkt der Besuch der Schirn Kunsthalle mit Führung durch die Ausstellung „Gericault: Bilder auf Leben und Tod" auf dem Programm. Die SCHIRN ist eines der bedeutendsten Ausstellungshäuser Deutschlands. Seit ihrer Gründung 1986 wurden etwa 200 Ausstellungen gezeigt, darunter große Übersichtsausstellungen u.a. zur Kunst der Moderne sowie Einzelausstellungen vor allem zeitgenössischer Künstler (vgl.http://www.schirn.de/Schirn.html). Durch die Ausstellung von Theodore Géricault (1791-1824), eines französischen Malers der romantischen Schule, erhielten wir eine Führung. Die Ausstellung widmet sich zwei zentralen Themen des Malers, das physische Leiden des modernen Menschen (Bilder mit abgeschnittenen Köpfen und Gliedmaßen) sowie die physische Qual, wie sie seine Porträts von Geisteskranken zeigen. Eines der bekanntesten Gemälde von Gericault ist Das Floß der Medusa, ein großformatiges, 7,16 × 4,91 Meter messendes Bild in Öl, das heute im Louvre in Paris hängt. Das Bild zeigt ein notdürftig zusammengezimmertes, schon halb zerbrochenes Floß mit Schiffbrüchigen, das auf stürmischer See treibt. Auf dem Boden des Floßes liegen Leichen neben Dahinsiechenden, eine aus verzweifelten Menschen aufgetürmte Pyramide versucht ein in der Ferne erkennbares Segelschiff auf sich aufmerksam zu machen. Verzweiflung, Wahnsinn, Tod, Hoffnung – all diese Gefühlszustände des Menschen sind in der dramatischen Szene des Schiffsbruchs dargestellt. Als Géricault das Gemälde 1819 in Paris ausstellte, löste es einen Skandal aus. Die Szene hat einen realen Hintergrund, sie erinnert an einen Vorfall aus dem Jahr 1816, als die Fregatte Meduse unter dem Kommando des unerfahrenen Kapitäns Hugues Duroy de Chaumarey kenterte und für die 400 Menschen an Bord nur 6 Rettungsboote da waren. Der Kapitän ordnete an, aus den Masten des Schiffs eilig ein Floß zu zimmern, das 149 Menschen, darunter auch schwarze Sklaven, aufnehmen musste. Er selbst und die höheren Offiziere retten sich in die Boote. Die Boote sollten das Floß an Land ziehen. Nach kurzer Zeit kappte man aber die Seile. Auf dem Floß brach schnell Kannibalismus aus, so dass nur noch 15 Personen gerettet werden konnten (vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Flo%C3%9F_der_Medusa).
Als Géricault das Gemälde 1919 in einer Ausstellung in Paris zeigte, sorgte es für Aufregung. Erstens zeigt das Bild ein wenig ruhmreiches Kapitel der französischen Militärgeschichte, das man am liebsten vergessen gemacht hätte. Für die damalige Zeit skandalös aber war die Darstellung der schwarzen Sklaven in der abgebildeten Menschenpyramide, einer von ihnen erhob sich, ein rot-weißes Tuch schwenkend, über die weißen Schiffbrüchigen und bildete die Spitze der Pyramide. Ein Schwarzer, der sich über Weiße erhebt – das sah man als Provokation an.
Auf dem Weg zur Ausstellung gingen wir an einer berühmten Sehenswürdigkeit Frankfurts vorbei: der Paulskirche, die als „Wiege der Demokratie" gilt. In dem Bau aus Rotsandstein tagte vom 18. Mai 1848 bis zum 31. Mai 1849 die Nationalversammlung, das erste frei gewählte gesamtdeutsche Parlament und verabschiedete die erste auf parlamentarischen Prinzipien beruhende Verfassung für Deutschland. Die Verfassung sah einen Grundrechtekatalog vor sowie als Staatsform die konstitutionelle Monarchie mit einem Kaiser an der Spitze. Wesentliche Teile des Verfassungswerkes wurden im 20. Jahrhundert zum Vorbild für die Weimarer Reichsverfassung von 1919 und das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland von 1949. Heute ist die Paulskirche ein nationales Denkmal, das an den Beginn der deutschen Demokratie erinnern soll und für Ausstellungen und öffentliche Veranstaltungen genutzt wird (vgl. http://www.frankfurt.de/sixcms/detail.php)
Linus Andretta

Enja Schulz hat ein Protokoll der 'Redaktionskonferenz' erstellt.

Bericht aus der Druckerei

Nachdem wir uns von Frau Becker verabschiedet haben, sind wir in den Bus, der schon auf uns gewartet hat, gestiegen, und sind nach Mörfelden - Frankfurt ins Industriegebiet gefahren: Zur Societäts-Druckerei. Dort angekommen wurden wir von vier sehr netten Auszubildenden begrüßt. Sie haben uns in der nächsten Stunde in der Druckerei herumgeführt.
Zuerst ging es zum Papierlager, wo tonnenschwere Papierrollen sich bis zur Decke gestapelt haben. Später wurde uns erklärt, wie eigentlich genau gedruckt wird. Denn wegen der riesigen Mengen an Zeitungen, die täglich gedruckt werden müssen, können nicht alle Farben gleichzeitig aufgetragen werden. Stattdessen werden 3 Farben nacheinander aufgetragen: Cyan, Magenta und Gelb.
Danach ging es zum Drucker selbst, eine beeindruckende Maschine, die 16m hoch und 157m lang ist! Der Großteil der Zeitungen wird über Nacht gedruckt, es können bis zu 15.000.000 Zeitungsseiten pro Stunde gedruckt werden!
Im Anschluss haben wir erfahren, wie die Zeitungen denn überhaupt an die ganzen Leser gelangen, denn nehmen wir mal die Frankfurter Allgemeine Zeitung als Beispiel: Es gibt ungefähr 350.000 Leser, die die FAZ abonniert haben, und überall in Deutschland leben, wie sollen denn die ganzen Exemplare tagtäglich verteilt werden? Die Azubis haben uns aufgeklärt: Die Zeitungen, wie die Bild-Zeitung und die FAZ haben sich da zusammengeschlossen. So trägt jede Zeitung die Verantwortung für alle möglichen Zeitungen in einem bestimmten Gebiet. Dies spart den großen Zeitungen sehr viel Geld und Zeit, und ermöglicht den kleineren Zeitungen zu existieren, denn ohne die Einnahmen durch diese ‚Zeitungsverteilung' würden viele kleinere Druckereien Pleite gehen.
Zu guter Letzt haben wir uns verabschiedet, und jeder hat eine Ausgabe der FAZ vom nächsten Tag geschenkt bekommen!
Loa Marx

Hier noch das Protokoll von Hanno Hille-Schnake