Schüler der 9el waren produktiv zum Pau-Austausch

Freizeit der Französischen Schüler in Pau

Die Schüler in Frankreich haben nicht viel Zeit für Hobbies, denn sie müssen bis 17:00 Uhr nachmittags in der Schule sitzen und lernen. Sie haben zwar etwa genauso viele Unterrichtsstunden an einem Tag wie wir, aber diese dauern jeweils 55 Minuten, und dies macht den Schultag deutlich länger. Außerdem müssen die älteren Schüler anschließend noch ca. zwei Stunden Hausaufgaben erledigen, sodass von Freizeit endgültig keine Rede mehr sein kann.

Aber einmal in der Woche haben die Jugendlichen einen freien Nachmittag, an dem sie ihren Freizeit-Beschäftigungen nachgehen können. In Frankreich, anders als in Deutschland, ist Rugby noch beliebter als Fußball. - Hier wissen viele ja noch nicht einmal, was Rugby ist! - Fast alle französischen Schüler haben etwas mit Rugby zu tun, ob sie nun das Spiel selbst spielen, Schiedsrichter sind oder durch andere Aktivitäten mit dem Spiel verbunden sind. Die meisten von ihnen trainieren diesen Sport in der „Section Paloise", deren Rugby-Union-Mann-schaft in der zweithöchsten französischen Profiliga vertreten ist. Das Training variiert von Person zu Person. Manche sind Leistungssportler, andere nur Freizeitsportler. Die Leistungssportler trainieren bis zu fünfmal die Woche, so dass die Schule eher in den Hintergrund tritt, die Freizeitsportler nur einmal oder zweimal.
Basketball ist auch sehr beliebt. „Élan Béarnais Pau-Orthez" ist einer der wichtigsten Baskatball-Vereine Frankreichs und wurde mit seiner Mannschaft insgesamt neun Mal französischer Meister. Er holte sich sogar einmal den Europapokal-Titel. Natürlich ist dies auch der Grund, warum sich Jugendliche in diesem Verein anmelden und nicht in einem anderen.
Für Schüler, die sich nicht sehr gerne allzu sehr bewegen und trotzdem Sport treiben möchten, gibt es eine Alternative: Golfen. Der älteste Golfplatz des europäischen Kontinents liegt am Rande von Pau und bietet abwechslungsreiche Spielbahnen.

Es gibt allerdings auch Leute, die sich nicht sehr für Sport interessieren. Für die gibt es andere Aktivitäten wie Schachclubs, Informatikkurse oder Gruppen, die sich mit historischen Gebäuden beschäftigen, wie z.B. dem Schloss von Pau, wo Heinrich IV geboren wurde. Am Wochenende kann man sich an der Küste Frankreichs, die nur 1 ½ Stunden von Pau entfernt liegt, vom ganzen Alltagsstress erholen. Wenn gutes Wetter ist kann man am Strand liegen, sich sonnen und eventuell auch im Ozean baden. Der Blick auf das Meer und den Strand macht gleich Urlaubslaune, auch wenn man sich nur für einen Tag dort aufhält.

Eine gute Gelegenheit bietet sich, auch Jean de Luz und Biarritz, zwei sehr hübsche Städte am Meer, zu besichtigen. Eine wunderschöne Aussicht auf die Küste von Biarritz mit einer Strandpromenade am „Grand Plage" und einem 73 Meter hohem Leuchtturm ergibt tolle Fotos.
Wer keine Lust auf Strand und Hitze im Sommer hat, der kann sich in den Pyrenäen abkühlen. Viele Wege, Pfade und Seen ermöglichen unvergessliche Wanderungen durch die wunderschönen Berglandschaften, wo man sogar Geier herumfliegen sieht. Doch die Schüler, die es lieber gemütlich haben und keine langen Autofahrten wagen wollen, die bleiben zu Hause und genießen den Tag am Computer oder vor dem Fernseher.

Das Klima in den Schulen in Frankreich

Während unseres zweiwöchigen Aufenthalts in Frankreich bot sich uns ein einmaliger Einblick in das französische Schulleben und sein Klima. Was uns - laut wohl nicht so ganz ernst gemeinten „Vorwarnungen" unserer Mitschüler - bevorstehe, seien Franzosen, die fleißig für die Schule lernten, aber sonst nur wenig außerschulisches Leben genössen.

Was sich uns tatsächlich bot, war von den Meinungen der in Deutschland gebliebenen Mitschülern nicht sehr abweichend, doch definitiv war das Spektrum der Schülerpersönlichkeiten deutlich facettenreicher, was bei vielen von uns zu großer Erleichterung führte.
Zum Schulbeginn um 7.55 Uhr wird der Ein- und Ausgang der Schule abgeschlossen. Wer zu spät kommt, muss durch den zweiten Eingang beim Hausmeister hereinkommen. Dort wird die Verspätung sofort aufgenommen und in einem persönlichen Heft, welches jeder Schüler stets mit sich trägt, notiert - dem Direktor wird selbstverständlich Meldung gemacht. In diesem Heft befinden sich ein Passfoto und alle Daten des Schülers. Es wird auch eingetragen, wenn jemand die Hausaufgaben nicht gemacht oder im Unterricht gestört hat.
Tatsächlich ist es in Frankreich so, dass die Schüler fast jeden Tag bis 17Uhr in der Schule etwas lernen und demnach kaum Zeit für außerschulische Aktivitäten bleibt. Um 17Uhr wird der Ausgang wieder aufgeschlossen und kontrolliert, ob die Schüler laut Stundenplan, der ebenfalls in dem Heft steht, nach Hause gehen dürfen. Sie haben, anders als in Deutschland, aber keine enge Bindung zur Schule, für sie ist Schule zwar ein wichtiger Bestandteil des Lebens, jedoch nichts, wozu es sich lohnt, eine emotionale Beziehung aufzubauen.
In den Schulen begegnet man, anders als in Deutschland, ausschließlich ruhigen, gesittet sich bewegenden Schülern, was vermutlich auf die Surveillants, die Aufsichtspersonen, zurückzuführen ist, die wirklich penibel das Verhalten der Schüler beobachten und auch die Autorität haben, Strafen zu verteilen. Aus diesen Gründen sind die französischen Schüler weniger locker, was man schon sehen kann, wenn man sich eine Unterhaltung aus einer gewissen Distanz ansieht.
Das Verhältnis zu den Lehrern ist nicht viel anders als in Deutschland, jedoch ist der Unterricht strenger und lehrbuchlastiger gestaltet: Der Lehrer redet und stellt ab und zu Fragen, die jedoch in den meisten Fällen von ihm selbst beantwortet werden.

Zwischen den Unterrichtsstunden haben die Schüler nur wenige Minuten, um von einem Raum zum anderen zu gehen, dieses geschieht dann auch im Laufschritt und ohne den Surveillants aufzufallen.
Alles in allem ist die Schule in Frankreich weniger lebendig, weniger spaßig und wird mit weniger emotionaler Beteiligung durchlebt, als es im Allgemeinen in Deutschland der Fall ist. Für einige Tage dort zur Schule zu gehen war ein Einblick in eine andere Einstellung und hat unseren Horizont erweitert.

Nadiah Riebensahm, Annika Rybak und Isabel Bartlau

Das französische Familienleben

In vielen Punkten sind das deutsche und das französische Familienleben, welches wir bei unserem Pau- Austausch miterleben konnten, recht unterschiedlich, teilweise sogar gegensätzlich. Doch auch Gemeinsamkeiten werden bei genauer Beobachtung sichtbar. Die wichtigsten Aspekte sind hier zusammengefasst.

Unterschiede zum deutschen Familienleben:

Auf die Mahlzeiten wird in französischen Familien größerer Wert gelegt als in Deutschland. Auch das gemeinsame Einnehmen des Essens gilt als sehr wichtig. Anwesenheit ist für jedes Mitglied der Familie Pflicht. Die Mahlzeiten sind üppig und meistens sogar zwei Mal am Tag warm. In der Familie ist es üblich zu den Mahlzeiten Wein zu trinken, wobei auch die Jugendlichen mit einbezogen werden. Während der Umgang mit den Eltern dem Deutschen sehr gleicht, ist bei den Kindern und Jugendlichen besonders der betont höfliche und respektvolle Umgang mit anderen Erwachsenen, wie zum Beispiel mit Eltern der Freunde, auffällig. Dies ist vermutlich auf die, in diesem Punkt sehr strenge Erziehung der Eltern zurückzuführen.
Die Pflichten der Kinder im Haushalt sind nicht zu zahlreich, jedoch ernst und gewissenhaft zu erfüllen. Meistens wird mit Handys telefoniert, viele Familien besitzen nicht einmal ein Festnetztelefon.
Rugby scheint in Frankreich ungefähr den Status von Fußball in Deutschland zu haben (aufgrund dieser Beliebtheit fand die diesjährige Rugby WM vermutlich auch in Frankreich statt). Die Spiele werden durch ein gemeinsames Anschauen zu einem Familienereignis gemacht.
Die französischen Familien sind oft kinderreicher als deutsche. Der Durchschnitt in deutschen Familien liegt bei 1-2 Kindern, in Frankreich bei 2-4 Kindern.

Gemeinsamkeiten mit dem deutschen Familienleben:

Wir konnten beobachten, dass die Haushaltsführung und die dadurch entstehenden Pflichten stets ausgewogen auf Vater und Mutter verteilt sind. Getrennte Ehen gelten in Frankreich genauso wie in Deutschland als normal.
Urlaube werden gerne mit der ganzen Familie unternommen, die Wochenendgestaltung ist jedoch ist oft individuell.
Die Freizeitgestaltung der Jugendlichen in der Woche ist genauso wie in Deutschland. Oft werden Sportarten oder Musikinstrumente als Hobby gewählt.

Karoline Hasselgruber und Lena Reiff

Laura Heilmann (9f) hat ein umfangreiches Referat über die Pyrenäen gemacht:

Und hier gibt es noch Informationen über die ETA: