FKG-Schüler besuchen die FAZ-Redaktion

Bericht über den Besuch des EA Politik / Lüth in Frankfurt bei der F.A.Z. zur „Redaktionskonferenz" am 24-4-2007

„Dahinter steckt immer ein kluger Kopf" – Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ)

„Glaubt man dem berühmten Werbeslogan der F.A.Z., steckt hinter jeder ihrer Zeitungen ein kluger Kopf. Gut möglich."

Egal, ob ein Kardinal sich zwischen eine Schafsherde begibt, der Außenminister im Treibhaus schwitzt oder Deutschlands bekannteste Feministin nähere Bekanntschaft mit Steinzeitmenschen macht, Deutschlands Elite steht hinter der F.A.Z., auch in Werbefilmen. Und das zurecht! Rund 60 Prozent der Führungskräfte lesen die FAZ. Wer sich politisch, ökonomisch oder kulturell ein fundiertes Urteil bilden will, kommt an der FAZ nicht vorbei.

1949 wurde sie von Privatleuten als „neuer Typ Zeitung" konzipiert: Unabhängig und überregional mit einer umfassenden Berichterstattung für Leser mit hohem Anspruch. „Die F.A.Z macht keine Meinung, sie hat eine." Später wurde sie dann in eine gemeinnützige Stiftung umgewandelt, in der es nicht einen Chefredakteur gibt, sondern fünf gleichberechtigte Herausgeber, die sich um die einzelnen Bücher der F.A.Z kümmern.

Die FAZ besitzt ein größeres Korrespondentennetz als die New York Times und ist eine der am häufigsten zitierten deutschen Tageszeitungen. Sie gehört zu einer der zehn besten Zeitungen der Welt und auch das FAZ-Archiv, mit seinen 42 Millionen Presseartikeln, zählt zu einem der größten.

Das Erscheinungsbild der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ist klassisch. Es gibt keine schreienden Überschriften, keine schrille Aufmachung. Etwas Bedeutendes muss geschehen, damit die F.A.Z ein Titelbild verwendet. Es gehört nur in Ausnahmefällen zum täglichen Layout. Die F.A.Z kann in ihrer gesamten Laufbahn nur 31 Titelbilder verbuchen, dazu zählt auch der 11.September. Inzwischen sind es 32 ( Papst ) Die Innenseiten, besonders das Feuilleton, sind dafür mit Illustrationen und Fotos bestückt. Die F.A.Z besteht aus fünf sogenannten Büchern, verschiedenen inhaltlichen Themenbereichen: Politik, Wirtschaft,Finanzmarkt, Sport und das beliebte Feuilleton zählen zum täglichen Repertoire der Zeitung. Das letzte Buch wechselt jeden Tag den Themenbereich: Immobilien- und Stellenmarkt, Kunst, Reise usw.. Der Stellenmarkt der F.A.Z ist einer der wichtigsten für Führungskräfte in Europa. 12.000 Positionen im Jahr werden hier ausgeschrieben.

Im Rhein-Main Gebiet erhalten die Leser täglich noch eine Zusatzleistung der F.A.Z.: Die Rhein-Main-Zeitung, eine regionale Zeitung für dieses Gebiet. Damit die FAZ täglich pünktlich zu ihren Lesern kommt, werden ca. eine halbe Million Zeitungen mit einem Umfang von durchschnittlich 48 Seiten mit 32.000 Buchstaben pro Seite auf 280.000 Tonnen recyceltem Papier gedruckt. 80.000 Zeitungen werden pro Stunde in drei verschiedenen Orten (Potsdam, München, Frankfurt) fertiggestellt.

350.000 Zeitungen werden jeden Tag verkauft, eine Million Menschen lesen die Zeitung in Deutschland. Rund zwei Drittel aller Leser sind Abonnenten. In 140 Ländern wird die F.A.Z. angeboten. In New York City kann man die deutsche Zeitung schon um zehn Uhr morgens kaufen. Sofern man eine Adresse besitzt, kann jedermann die F.A.Z. weltweit fast überall geliefert bekommen, denn die FAZ hat von den überregionalen Zeitungen die weitestreichende Auslandsverbreitung.
Die Sonntagszeitung, die Wochenzeitung der F.A.Z., hat ca. 1,1 Millionen Leser. Sie wird für „ihren feinen Sinn für Humor" gelobt, der bei deutschen Zeitungen eher selten vorhanden ist und außerdem wurde die F.A.S. 2003 als „World's Best Designed Newspaper" ausgezeichnet.
Nach diesem sehr informativen Werbefilm stand uns Herr Dr. Weber, Wirtschaftsredakteur und Projektleiter von „Jugend und Wirtschaft", Rede und Antwort. Die F.A.Z. beschäftigt ca. 850 Mitarbeiter. Die Frauenquote in der Redaktion beträgt etwa 30 – 35 Prozent. Es gibt 230 Redakteure einschließlich der Korrespondenten.
Doch wie kommt so ein Artikel in die Zeitung? Es gibt drei Möglichkeiten:
Korrespondenten melden sich, sagen, worüber sie gerne schreiben würden. Nachrichtenagenturen, wie Reuters, melden Neues elektronisch Redakteure im Haus der F.A.Z. schreiben selber, wobei sie sich hier mit den Korrespondenten absprechen. Wenn beispielsweise etwas in München passiert, müssen sich beide einigen, ob der Korrespondent, der sich direkt am Ort befindet oder der Hausredakteur, der für ein bestimmtes Thema in seinem Ressort tätig ist, diesen Artikel übernimmt. Danach durchfährt jeder Text ein Verfahren:
Der Text wird gelesen (von den Blattmachern) Das hauseigene Lektorat korrigiert danach nochmals auf Rechtschreibfehler und Kommata.
Der Text wird gedruckt.
Die komplette Zeitung wird noch einmal gelesen (von Lektorat, aber auch von Redakteuren)

Es wird fünfmal am Abend gedruckt. Um 23 Uhr ist erst Feierabend in der Redaktion.

Je weiter der Leser von den Druckorten Potsdam, München und Frankfurt entfernt wohnt, desto frühere Ausgaben der Zeitung bekommt er geliefert. Beispielsweise lesen die Einwohner von Wangerooge die erste gedruckt Fassung der FAZ. Dies bedeutet zugleich auch, dass sie möglicherweise keine Lottozahlen, Fußball- oder Wahlergebnisse in ihrer F.A.Z. finden. Dagegen sind die Menschen, die in Frankfurt leben, auf dem „neuesten" Stand informiert, da sie die letzte gedruckte Fassung von elf Uhr abends erhalten. Die FAZ wendet sich immer mehr von Zeilenhonoraren ab, weil freie Mitarbeiter sonst sehr lange Artikel schreiben, die dann meist gekürzt werden müssten. Deswegen setzt die FAZ überwiegend auf so genannte „feste Freie", die mit der FAZ vertraglich gebunden sind, ein monatliches Gehalt bekommen, aber auch zum Beispiel für Radio oder Fachzeitschriften arbeiten.

Lena Heilmann

Besuch bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) in Frankfurt am 24.04.2007

Gastgeber: Dr. Lukas Weber,Jugend&Wirtschaft

Zur Einführung des Besuchs bei der FAZ wurde im großen Konferenzsaal des Gebäudes an der Hellerhofstraße ein Informationsfilm gezeigt, der die Entstehung und die Struktur einer der wichtigsten Zeitungen Deutschlands eindrucksvoll näher brachte. Ergänzt wurde der Film von Herrn Dr. Lukas Weber, dem Betreuer des Projektes „Jugend&Wirtschaft", der zudem in einer Art Redaktionssitzung die von den Schülern geschriebenen Wirtschaftsartikel beurteilte und Anregungen zur Verbesserung gab.

Die FAZ

Gegründet 1949 für anspruchsvolle Leser, hat sich die FAZ mittlerweile zu einer der 10 besten Zeitungen der Welt entwickelt. Sie erscheint von Montag bis Samstag in 140 Ländern, in New York liegt sie bereits morgens um 10Uhr im Kiosk. Keine andere Zeitung auf der Erde hat ein größeres Korrespondentennetz, nicht einmal die New York Times. Zudem ist die FAZ eine der am häufigsten zitierten deutschen Zeitungen. Eine Besonderheit der FAZ ist das Gremium der Chefredakteure. Insgesamt 5 Herausgeber (Werner D'Inka, Berthold Kohler, Günther Nonnenmacher, Frank Schirrmacher und Holger Steltzner) sind für das Erscheinen und den Inhalt der Zeitung verantwortlich. Das Gremium sorgt dafür, dass die FAZ ein unabhängiges Blatt bleibt, es ist sozusagen ein Kontrollorgan. Die Zeitung selbst besteht aus 5 so genannten Büchern: Politik, Wirtschaft, Finanzmarkt, Feuilleton und einer täglich wechselnden Einlage, wie z.B. Motor und Technik. Lediglich 30mal seit Erscheinen der FAZ gab es ein Foto auf der Titelseite, wie beispielsweise am 11.September 2001. Grundsätzlich aber wird auf Bilder auf der ersten Seite verzichtet. Besonders ist in der FAZ auch der riesige Stellenmarkt: 12000 Stellenangebote jährlich werden in der Zeitung veröffentlicht, sogar der erste Deutsche Astronaut bekam seine Stelle durch eine Anzeige in der FAZ.
Es kann übrigens passieren, dass Leser in ganz Deutschland verschiedene Ausgaben der FAZ auf ihrem Frühstückstisch liegen haben. Sogar während des Drucks (startet um 16.00Uhr) kann die Zeitung für wichtige aktuelle Informationen noch verändert werden. Die Leser, die am weitesten entfernt von einer der 3 Druckereien in Deutschland wohnen, bekommen deswegen die Ausgabe, die am wenigsten aktuell ist, da diese Zeitungen als erstes von der Druckmaschine in den LKW oder ins Flugzeug gelangen müssen. Kurios dabei: die Ausgabe auf Mallorca ist aktueller als manche Ausgaben innerhalb Deutschlands!

Daniel Klinge

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