16.01.2012

Prada und Grimm'sche Märchenwelten interaktiv

Ausstellung zu 200 Jahren Märchen-Sammlung

Göttingen (us). Sie ist 200 Jahre alt, neben der Luther-Bibel das bekannteste Buch der Welt und wurde in 160 Sprachen übersetzt: die Märchensammlung der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm. Zum Geburtstag der „Kinder- und Hausmärchen" präsentieren das Göttinger Goethe-Institut und das Felix-Klein-Gymnasium in Göttingen die Ausstellung „Märchenwelten" – eine interaktive Schau mit mehreren Stationen. Sie werden in allen Kinderzimmern gelesen und sind Vorlage unzähliger Kinofilme. Sie kommen positiv besetzt in der Alltagssprache vor – als „Märchenhochzeit" oder „märchenhafte Karriere". Was macht Märchen wie den Froschkönig, Dornröschen oder Hänsel und Gretel bis heute so attraktiv? Es gibt einfache Antworten: Man weiß sofort, was gut und was böse ist. Und – anders als im richtigen Leben – siegt im Märchen stets das Gute. Aber es gibt noch viele andere überraschende Fassetten, Thesen und Interpretationen zu den alten Grimm'schen Märchen. Blicke, die sie sogar ganz modern erscheinen lassen. An sieben Stationen führt die Ausstellung zu den wichtigsten Motiven der 200 Jahre alten „Märchenwelten". An den Stationen geht es zum Beispiel um Magie und Zauberei, um Tiere oder um die Heldin im Märchen. Immer wieder stellt sich dabei die Frage: Wie aktuell sind die alten Märchen? So begegnet man als böser Stiefmutter plötzlich Meryl Streep in ihrer Rolle als Vogue-Chefin in dem Film „Der Teufel trägt Prada". Oder der Besucher erkennt, dass Frau Holle, Aschenputtel und das Mädchen in „Die sieben Raben" für die Zeit ihrer Entstehung erstaunlich emanzipiert und selbstbewusst sind. „Märchenwelten" zieht auch Parallelen zur heutigen Jugend- und Popkultur, um Schüler und junge Leser anzusprechen. Kulisse der Ausstellung ist ein Märchenwald, in dem die Früchte an den Bäumen nicht verboten sind. Es sind Knöpfe, an denen man drehen sollte. Dann öffnen sich Bild- und Texttafeln zu den ewigen Verlierern, Helden, märchenhaften Tieren, zu Magie und Prüfungen als wiederkehrenden Märchenmotiven. Konzipiert wurde die Ausstellung im Auftrag des Goethe-Institutes vom Kölner Atelier Krafthaus. Gestartet ist sie in München und Berlin, im Februar geht sie auf Auslandstournee. Mit ihr reist ein I-Pad, an dem Besucher an einem unendlichen Märchen mitschreiben können. Eröffnet wird die Ausstellung am Dienstag, 17. Januar, um 16 Uhr in der FKG-Aula, Böttinger-Straße 17. Sie ist bis zum 21. Februar dienstags und donnerstags von 16 bis 18.30 Uhr zugänglich. Termine für Klassen und Gruppen können per Mail an mbahlke@fkg.goettingen.de vereinbart werden.