12.01.2012

Stadt schlägt Platz für Robert Gernhardt vor

Ehemaliges Stadtbadgelände vorgesehen / Thema wird im Kulturausschuss diskutiert

Göttingen (mib). Die Stadt will den Schriftsteller Robert Gernhardt ehren. Der neue Platz auf dem ehemaligen Stadtbadgelände soll nach dem „bedeutendsten zeitgenössischen Dichter mit Göttinger Wurzeln" benannt werden. Ein entsprechender Antrag der Stadtverwaltung soll in der kommenden Sitzung des Kulturausschusses diskutiert werden. Mit der Widmung nach Robert Gernhardt werde die zentrale Innenstadtlage und künftige kulturelle Bedeutung dieses Platzes auch namentlich hervorgehoben, heißt es darin. Der Platz wird sich entlang des Leinekanalufers und den beiden mehrgeschossigen Gebäuden, die die Delta Bau AG aus Hannover derzeit baut, erstrecken. Neben der geplanten gastronomischen und kulturellen Nutzung der Stockleffschen Mühle, entstehe auch ein Treffpunkt und ein Ort des Verweilens, welcher durch die anzulegende Treppe vom Höhenniveau des Stumpfebiel bis zur Kanal tribünenhaften Charakter bekomme.

Gernhardt wurde am 13. Dezember 1937 in Tallin (ehemals Reval) geboren und flüchtete 1946 mit seiner Mutter und zwei Brüdern nach Göttingen. Hier besuchte er zunächst die Wöhler-Schule und das Felix-Klein-Gymnasium, wo er 1956 Abitur machte. Später arbeitete er bei der Satirezeitschrift Pardon, gründete die Titanic und erarbeitete sich einen Ruf als Lyriker. 1999 bekam er den Göttinger Elch verliehen. Gernhardt starb 2006 in Frankfurt.

Zwischen Waageplatz, Carré und Stumpfebiel: ein Robert-Gernhardt-Platz.