11.02.2009

 Kooperation ist notwendig und erwünscht
Der Vorschlag des SSB-Vorsitzenden Jürgen Schröder, einen Arbeitskreis einzurichten, um Ergebnisse im Sinne der Kinder, Schulen und Vereine zu erarbeiten, stand am Ende der Podiumsdiskussion zum Thema „Sportvereine als Partner der Ganztagsschule“. Erörtert wurden die Konsequenzen, die sich aus der Zunahme von Ganztagsschul-Angeboten für die Vereine ergeben.
«Göttingen.» Auf dem Podium im gut gefüllten Vereinsheim der Waspo 08 hatten sich auf Einladung des Stadtsportbundes (SSB) Vertreter aus Schule, Sport und Politik versammelt, um verschiedene Facetten der Thematik zu beleuchten und die Beteiligten dafür zu sensibilisieren. Zu Beginn der zweistündigen, engagiert geführten Diskussion zeigte Jürgen Schröder die aktuelle Situation auf und wies auf die zu erwartenden Probleme für die Vereine hin. Durch die Umwandlung von Halbtags- in Ganztagsschulen, so der SSB-Vorsitzende, verlängerten sich die Belegzeiten der Sportstätten durch Schulen. Zudem hätten die Schüler weniger Zeit, die Angebote der Vereine wahrzunehmen. Im Vordergrund der Diskussion stand folglich die Frage: Wie kann man die Bedürfnisse der Kinder bestmöglich befriedigen und wie können Schulen und Sportvereine gleichermaßen profitieren?
In kurzen Statements zeigten die Beteiligten ihre Sichtweisen und Erwartungen zu der Problemstellung auf. Karsten Träger vom Landessportbund Niedersachsen unterstrich die von Schröder genannten Punkte und forderte eine Schaffung von Rahmenbedingungen, eine offene gleichberechtigte Kooperation und eine koordinierte Vernetzung der betroffenen Institutionen. Klaus Juraschek aus der Schulleitung des Felix-Klein-Gymnasiums zeigte sich „bereitwillig für jegliche Kooperation und für Kompromisse in der Ausnutzung der Hallenzeiten“ und stellte – wie sein Kollege Wolfgang Vogelsaenger von der Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule – die sinnvolle Bewegung und Beschäftigung der Kinder in den Vordergrund. Vogelsaenger fand mit Lösungsvorschlägen wie die Einbindung von FSJlern und Schülern als Übungsleiter, Einführung von Projekten an Wochenenden und die Anrechnung von Schulzeit für Tätigkeiten in den Vereinen die Zustimmung vieler Beteiligter auf dem Podium und im Zuhörerraum. Erfolgreiche Zusammenarbeit Jörg Schnitzerling, Vorstandsvorsitzender des ASC 46, zeigte an der bereits erfolgreich laufenden Kooperation des größten niedersächsischen vereins mit verschiedenen Schulen die Machbarkeit und den Nutzen für die Vereine. Durch kritische Einwürfe und Ansätze brachte das Publikum auch kaum beachtete Punkte – zum Beispiel die Rolle kleiner Vereine – mit ein und belebte die Diskussion. Deutlich wurde, dass die Kooperation zwischen Schule, Eltern und Verein notwendig ist und auf allen Seiten die Bereitschaft zum Handeln besteht.