30.09.2008

 600 Schüler bauen großen Dodekaeder


Es hat viel länger gedauert als geplant, dafür ist es groß und in Deutschland wohl einmalig:»« 20 Schüler in der Kerngruppe und etwa 600 helfende Schüler haben am Felix-Klein-Gymnasium (FKG) einen Dodekaeder aus 400 kleineren geometrischen Würfeln gebaut. Sie alle haben zwölf Flächen mit jeweils fünf Kanten, an denen sie mühevoll verbunden wurden.
«Von Ulrich Schubert »«Göttingen. »Das ist Mathematik zum Anfassen: Körper – in diesem Fall Würfel – mit klaren Strukturen und Formen, die sich wiederholen. Flächen und Kanten, die man messen und berechnen kann. Geometrie und Symmetrie im Massen-Versuch. Für einen Mathematik-Tag im August mit vielen Aktionen hatten etwa 20 Acht- und Zehntklässler mit ihrer Mathelehrerin Brunhilde Juraschek das Dodekaeder-Projektvorbereitet: Sie ließen 600 Schüler aus den unteren und mittleren Jahrgängen am FKG aus je zwei Schablonen zunächst kleine Dodekaeder falten und kleben. „Schon das war für einige eine große Herausforderung", so Juraschek. Aus jeweils 20 kleinen Würfeln setzte die AG 20 größere Dodekaeder zusammen. „Auch das war super schwer", verrät eine Schülerin. Denn die Würfel müssen an den Kanten miteinander verbunden werden. Und es wurde noch schwerer: Aus den 20 größeren Würfeln sollte ein ganz großer Dodekaeder mit Hohlraum ,aber gleicher Kanten- wie Flächenanzahl entstehen. Ohne Stütze würde das Gebilde allerdings in sich zusammenpurzeln, weil auch hier nur die Kanten der kleineren Fraktale verklebt werden. Und diese Stütze bildet jetzt ein Ikosaeder. Das ist ein ebenfalls platonischer Körper, aber mit Dreieck-Flächen. Aus Holzleisten gebaut hat ihn Schulassistent Manfred Apel – nach Berechnungen und Angaben der Schüler. Einenähnlichen, aber vermutlich kleineren Dodekaeder gebe es nur am Gymnasium in Lüdinghausen, sagt Jurascheck. Beide seien nach Anleitungen des Mathematikers und Wissenschaftsjournalisten Christoph Pöppe entstanden. Der hat das FKG-Modell während der Göttinger Akademiewoche schon hoch gelobt: als sichtbares  und erlebbares Beispiel für die „Selbstähnlichkeit eines Fraktals".