19.02.2008

 Gymnasiasten lassen Raketen zischen

Schüler-Ingenieur-Akademie startet in Göttingen / Niedersachsen-Metall zahlt

Die Stiftung Niedersachsen-Metall ist begeistert von der Idee und lässt sich die Umsetzung einer „Schüler-Ingenieur-Akademie"(SIA) für Göttingen 10000 Euro kosten. 14 Gymnasiasten haben sich für das erste Semester eingeschrieben.
Göttingen (soz). Es kostet Freizeit und 40 Euro Teilnahmegebühr, und dennoch brauchte Hagen Hübner nicht lange zu suchen, um 14 angehende Naturwissenschaftler für die Schüler-Akademie zu finden. Hübner ist Lehrer am Theodor-Heuss-Gymnasium und Leiter des SIA-Projekts. „Wir wollen zielgenau in Richtung Studium und Beruf orientieren", betont der 33-Jährige. Und genau darauf kommt es auch Laura Weiß an. Die 17-jährige Elftklässlerin am Otto-Hahn-Gymnasium will den Leistungskurs Physik belegen und später Naturwissenschaften studieren. „Das liegt mir einfach", begründet sie auch ihre Teilnahme an der SIA. Der Vater ist Ingenieur für Biomedizintechnik, und auch Joschua Zachmann plant nach dem Abitur am Max-Planck-Gymnasium ein Ingenieur- oder Physikstudium. Deshalb ist der 16-Jährige bereit, zwei Wochenstunden (freitags 14.30 bis 16.30 Uhr) für Vorlesungen, Vorträge, Betriebs- und Institutsbesichtigungen zu „opfern". Vom Felix-Klein-Gymnasium kommt Fabian Huhnold. Der 16-jährige Billingshäuser ist von seiner Lehrerin auf die Schüler-Ingenieur-Akademie aufmerksam gemacht worden. Und weil er nach dem Abi Physik oder Maschinenbau studieren will, passt die SIA für ihn perfekt. Das Thema des ersten Semesters, das jetzt startete, lautet „Dem Weltraum ein Stück näher – Raketen und Nutzlastentwicklung". Physiklehrer Hübner will mit den Schülern Modell-Raketen bauen – mit Bergungssystem und Flugelektronik. Eine Exkursion zur Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung in Berlin (30. Mai) gehört zum Semesterprogramm ebenso wie die Zündung der Modell-Raketen am 4. Juli auf einem regionalen Segelflugplatz. Sartorius und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) unterstützen das Projekt. 10000 Euro steuert die Stiftung NiedersachsenMetall zur Förderung des Ingenieurnachwuchses bei. 40 Euro zahlt jeder Schüler pro Semester – für Manisha Porde kein Problem. Die Eltern der 18-jährigen IGS-Schülerin waren sofort begeistert ebenso wie Manishas Mitschülerin Charlotte Warnecke (16). Beide finden alles super, was mit Forschung zu tun hat. Mit von der Partie sind noch vom Otto-Hahn-Gymnasium Kai Rätzel, Michael Chranowski, Benjamin Engel, Verena Grabosch, vom Hainberg Gymnasium Michael Przybylowski, Apostolos Dimos und Nils Petschke, vom Theodor-Heuss-Gymnasium Andreas Rolle und vom Max-Planck-Gymnasium Josefine Heek.


Haben Spaß an Naturwissenschaften: Göttinger Teilnehmer der ersten Schüler-Ingenieur-Akademie (SIA).