08.01.2008

 Auch Seedorf fing in Göttingen einmal klein an

Mister-Lady-Junior-Cup: FKG-Schüler erstellen Spieler- und Trainer-Datenbank des Turniers

Patrick Kluivert, Edgar Davids, Per Mertesacker – drei prominente Namen, deren Träger als Jungfußballer beim internationalen A-Juniorenturnier in Göttingen aufgelaufen sind. Zur zehnten Auflage in der Lokhalle, die am Donnerstag beginnt, haben sich fünf Felix-Klein-Gymnasiasten vorgenommen, die bisherigen Teilnehmer zu sichten und eine Datenbank anzulegen.
Göttingen(war). Die Idee könnte aus der Feder eines Hollywood-Drehbuchschreibers kommen: Sie sind zu fünft, haben eine Mammut-Aufgabe zu bewältigen und eigentlich gar keine Zeit. Friedrich Wille, Sönke Weitemeyer, Alexander Grube-Koch, Jonathan Döhling und Insa Ebrecht, Schüler des Felix-Klein-Gymnasiums (FKG), erstellen für den Mister-Lady-Junior-Cup eine Datenbank zu den bisherigen Teilnehmern. Begonnen haben sie kurz nach Weihnachten, zu Turnierbeginn am Donnerstag wollen sie fertig sein. Bis dahin sind rund 4000 Einträge zu sichten – zunächst werden die neun Turniere in der Lokhalle analysiert. Hinter den Daten verbergen sich Trainer und ehemalige Jungfußballer, von denen es manche in den Profifußball geschafft haben. Klangvolle Namen zieren die Mannschaftsaufstellungen vergangener Tage. Die Niederländer Clarence Seedorf, Edgar Davids und Patrick Kluivert, die mit der Talentschmiede Ajax Amsterdam in Göttingen waren, gehören zu den prominentesten Teilnehmern der frühen Turnierjahre. In der Lokhalle liefen unter anderem Per Mertesacker, David Odonkor oder von Schalke 04 Mesut Özil und Manuel Neuer auf. „Fabian Ernst und Gerald Asamoah waren jeweils dreimal dabei", weiß Turnierorganisator Lutz Renneberg. Auch an den Auftritt von Raphael Schäfer, heute Torhüter des VfB Stuttgart, erinnert er sich noch gut. „Wir hatten viele interessante Spieler zu Gast, die heute im Fokus der Öffentlichkeit stehen. Die Frage, wann genau sie da waren, ist demgegenüber etwas schwieriger zu beantworten."
Fußballbegeisterte FKG-Schüler
Die Idee einer Datenbank war geboren, und man bat das Felix-Klein-Gymnasium um Hilfe. Die Entscheidung der fünf Schüler stand schnell fest. „Wann bekommt man nochmal so eine Chance", fragte sich etwa Wille, bevor er sich an die Arbeit machte. Genau wie er sind seine vier Mitstreiter Fußballfans, die sich trotz Abi-Vorbereitung für die Datenerfassung Zeit nehmen. Nun werden Spieler- und Trainernamen auf der Turnier-Homepage www.mister-lady-juniorcup.de eingepflegt, Berühmtheiten versehen die Schüler mit Angaben zu Lebenslauf und Erfolgen. „Das Grundgerüst sind pro Jahr 500 Spieler", unterstreicht Holger Jortzik von der Tunierleitung. An einen kann sich Renneberg besonders gut erinnern: Der junge Mike Hanke, zweimaliger Teilnehmer, sei von einem Ordner irrtümlich aus dem VIP-Bereich gejagd worden. Heute wäre er sicherlich willkommen.


Erstellen Datenbank: die FKG-Schüler Alexander Grube-Koch, Sönke Weitemeyer und Friedrich Wille mit Lehrer Frank Weis (von links). Es fehlen Jonathan Döhling und Insa Ebrecht.