Werte & Normen

Das Fach Werte und Normen leistet einen wichtigen Beitrag zur Bildung der Persönlichkeit der Schülerinnen und Schüler auf der Grundlage des Christentums, des europäischen Humanismus und der Ideen der liberalen, demokratischen und sozialen Freiheitsbewegungen.

In der Gesellschaft herrscht ein gewisser Konsens über gültige Werte und Normen, doch zeigt die Lebenspraxis vielstimmige Diskussionen über Wertvorstellungen, die unsere gesellschaftlichen Normen prägen. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass sich jene Wertvorstellungen aufgrund politischer, ökonomischer, historischer und gesellschaftlicher Veränderungen modifizieren und wandeln. Kinder und Jugendliche erleben diese Wandlungen und häufig resultiert daraus Unsicherheit bezüglich der Legitimität des eigenen moralischen Handelns. Den Orientierungsproblemen, die sich daraus ergeben, will das Fach Werte und Normen Kindern und Jugendlichen eine pädagogische Hilfestellung geben. Auf der Grundlage einer weltanschaulichen Neutralität werden die wesentlichen Wertvorstellungen, Normen und ethische Grundansätze vermittelt, die dem Grundgesetz der niedersächsischen Verfassung, sowie dem niedersächsischen Schulgesetz zugrunde liegen.

Grundsätzlich strebt der Unterricht im Fach Werte und Normen nicht an, eine verbindliche Antwort auf die Frage nach der richtigen Weltdeutung zu geben. Er leitet aber zur Reflexion über die verschiedenen Orientierungen an, diese bezüglich ihrer Plausibilität, ihrer sozialen Zumutbarkeit, sowie ihres Sinnpotentials zu unterscheiden. Er vermittelt den Schülerinnen und Schülern die Einsicht, dass es konkurrierende Wahrheits- und Weltauffassungen gibt.

Bezugswissenschaften

  • Philosophie
  • geeignete Gesellschaftswissenschaften (Sozialwissenschaften, Psychologie, Politikwissenschaften)
  • Religionswissenschaft

Der Werte- und Normenunterricht in den Jahrgängen 7-10

Vorbemerkung

Das Fach Werte und Normen wird erst ab Klassenstufe 7 unterrichtet.

Überblick über die Leitthemen

Inhalte

Jahrgang 7/8

Jahrgang 9/10

Fragen nach dem Ich

  • Sein Leben gestalten
  • Der Sucht verfallen
  • Eine starke Persönlichkeit
  • Auf dem Weg zum Ich
  • Glück und Sinn
  • Lebensstile

Fragen nach der Zukunft

  • Tiere als Mitlebewesen
  • Natur und ihre Gefährdung
  • Verantwortung für die Natur
  • Alt werden
  • Sterben müssen, sterben dürfen
  • Den Tod überwinden?
  • Fragen nach Moral und Ethik

    • Geschlechtlichkeit und Pubertät
    • Freundschaft und Liebe
    • Zusammenleben
  • Konflikte und Konfliktlösungen
  • Gewalt und Aggression
  • Völkergemeinschaft und Frieden
  • Fragen nach der Wirklichkeit

    • Wie Menschen leben
    • Menschenwürde und Menschenrechte
    • Menschenrechtsverletzungen weltweit
  • Wahrhaftigkeit und Lüge
  • Erkenntnis und Wahrheit
  • Die Wirklichkeit der Medien
  • Fragen nach Weltreligionen und Weltanschauungen

    • Das Leben Jesu und seine Lehre
    • Christliche Feste und christliches Leben
    • Christliche Ethik in heutiger Zeit
  • Weltreligionen
  • Religionskritik
  • Weltanschauungen
  • Lehrwerke

    Fair Play Ethik 7/8, Schöningh

    Fair Play Ethik 9/10, Schöningh

    Der Werte- und Normenunterricht in den Jahrgängen 11 und 12 (Qualifikationsphase)

    Vorbemerkung

    Es besteht keine Möglichkeit im Fach Werte und Normen ein Abitur abzulegen.

    Überblick über die Rahmenthemen

    Rahmenthema

    Pflichtmodul

    Wahlmodule

    Fragen nach Individuum und Gesellschaft

    Recht und Gerechtigkeit

    • Pluralismus und Konsens
    • Modelle staatlicher Gemeinschaft
    • Bedeutung von Religion für Individuum und Gesellschaft
    • Anspruch und Wirklichkeit individueller Glücksvorstellungen

    Fragen nach dem guten Handeln

    Grundpositionen ethischen Argumentierens

    • Ethik in Medizin und Wissenschaft
    • Ökologische Ethik
    • Medienethik
    • Wirtschaftsethik

    Fragen nach dem Wesen des Menschen

    Formen der Selbstinterpretationen des Menschen

    • Selbstbewusstsein als spezifische Dimensionen des Menschseins
    • Willensfreiheit als spezifische Dimension des Menschseins
    • Zeitlichkeit als spezifische Dimension des Menschseins
    • Sprache als spezifische Dimension des Menschseins

    Fragen nach Wissen und Glauben

    Wahrheitsansprüche

    • Wahrheit in den Wissenschaften
    • Wahrheit in Religionen und Weltanschauungen
    • Wahrheit in Kunst und Medien
    • Wahrheit in Grenzbereichen

    Lehrwerke

    Philosophieren 1, C.C. Buchner
    Philosophieren 2, C.C. Buchner

    Leistungsbewertung

    Schriftliche Leistungen (Lernkontrollen)

    Die Jahrgänge 7-10

    • 2 Klassenarbeiten pro Jahr

    Der Grundsatzerlass „Die Arbeit in den Schuljahrgängen 5-10 des Gymnasiums“ räumt die Möglichkeit ein, eine der zwei schriftlichen Lernkontrollen pro Schuljahr durch eine andere Form der Lernkontrolle zu ersetzen. Die Fachkonferenz Werte und Normen hat beschlossen, dass die Möglichkeit einer Ersatzleistung besteht. Mögliche Formen sind:

    • Schriftliche Referate mit Präsentation
    • Gruppenarbeit zu einem Thema mit Präsentation
    • Langzeithausaufgaben mit Präsentation

    Die Jahrgänge 11 (Q1) und 12 (Q2)

    • 2 Klausuren pro Jahr

     Mündliche Leistungen

    Zu den mündlichen Leistungen (können) zählen:

    • Sachbezogene und kooperative Teilnahme am Unterrichtsgespräch
    • Mündliche Tests
    • Kurze schriftliche Leistungskontrollen
    • Heft- und Mappenführung
    • Moderationen und Präsentationen, auch mediengestützt (z. Bsp. Referate, szenische Darstellungen)
    • Anfertigung schriftlicher Ausarbeitungen
    • Verantwortungsvolle, prozess- und produktorientierte Team- und Gruppenarbeit (planen, strukturieren, reflektieren, präsentieren)

    Am Schuljahresbeginn sind die Schülerinnen und Schüler und ihre Erziehungsberechtigten über die Gewichtung und die relevanten Kriterien der Leistungsbewertung zu informieren.  Die schriftlichen und mündlichen Leistungen werden nach Beschluss der Fachkonferenz in allen Lerngruppen, in denen eine schriftliche Arbeit im Halbjahr geschrieben wird, im Verhältnis 30-40 % schriftlich und 60-70% mündlich gewertet.

    Mindestens zweimal pro Halbjahr erhalten Schülerinnen und Schüler eine Rückmeldung über ihren Leistungsstand.