Sprachlernklasse

Die Sprachlernklasse am Felix-Klein-Gymnasium –
mehr als Integration und Förderung von Schülerinnen und Schülern nichtdeutscher Herkunftssprache

Konzept und Ziele

 Die Sprachlernklasse des FKG wurde Anfang 2013 eingerichtet, um Schülerinnen und Schülern nichtdeutscher Herkunftssprache Unterstützung auf Ihrem Weg in das deutsche Schulsystem zu geben und ihnen das Erreichen des für sie bestmöglichen Bildungsabschlusses zu ermöglichen. Der gesteuerte und systematische Spracherwerb in Deutsch als Zweitsprache, der es ihnen ermöglicht, ausgehend von der Alltagskommunikation zunehmend fach- bzw. bildungssprachliche Kompetenzen zu entwickeln, hat hier Priorität. Somit wird die Grundlage gebildet für eine erfolgreiche Teilnahme am Unterricht und eine erfolgreiche Integration. 
Ziel ist das Erreichen der Niveaustufe A2 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen, wobei die Niveaustufe B1 für Schülerinnen und Schüler ab Klasse 7 angestrebt wird.  Die Zwei- oder Mehrsprachigkeit der Schülerinnen und Schüler erfährt in der internationalen Umgebung der Sprachlernklasse stets Anerkennung.

Der Unterricht in der Sprachlernklasse findet gemäß der „Rahmenrichtlinien Deutsch als Zweitsprache“ des Niedersächsischen Kultusministeriums und dem Erlass „Förderung von Bildungserfolg und Teilhabe von Schülerinnen und Schülern nichtdeutscher Herkunftssprache“ statt.
Die Sprachlernklasse ist mehr als nur DaZ-Unterricht – sie ist eine zweite Heimat neben der Regelklasse und bietet den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, andere Kinder und Jugendliche mit internationalem Hintergrund kennenzulernen und mit ihnen gemeinsam das FKG, Göttingen und Deutschland kennenzulernen.

Aufnahme

Nach Feststellung der deutschen Sprachkenntnisse im Rahmen des Aufnahmegesprächs und anhand geeigneter Unterlagen werden die Schülerinnen und Schüler einer geeigneten Klasse zugeordnet, möglichst in dem Schuljahrgang, der ihrem Alter und bisherigen Schulbesuch entspricht, und nehmen zusätzlich am Unterricht der Sprachlernklasse teil.

Unterricht in der SLK

Fächer in der SLK

Die Schülerinnen und Schüler erhalten vor allem Unterricht in Deutsch (Kommunikation, Grammatik, Wortschatz etc.). Zur Vorbereitung auf den anschließenden Regelunterricht werden den Schülerinnen und Schülern auch Grundlagen in Mathematik, Gesellschaftslehre und Natur (Biologie) vermittelt. Außerdem werden regelmäßig kleine Ausflüge in der Gruppe unternommen.

Lernen in der SLK

Um der großen Heterogenität und den verschiedenen Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler Rechnung zu tragen, findet z.T. Unterricht in kleineren Gruppen und z.T. mit zwei Lehrkräften statt. Der Unterricht findet jahrgangsübergreifend in einer kleineren Lerngruppe (Klassenstärke ca. 16) statt. Ein großer Teil der Lernzeit ist als Werkstattlernen organisiert. Die Schülerinnen und Schüler können so von ihrem individuellen Lernstand ausgehend in ihrem eigenen Tempo arbeiten und ihre Kompetenzen erweitern, wobei sie von den Lehrkräften intensiv begleitet werden. Zur Zeit wird in der SLK das Lehrwerk geni@l verwendet, unterstützt mit vielfältigem zusätzlichem Unterrichtsmaterial.

 Leistungsmessung in der SLK

Zur Ermittlung des individuellen Lernfortschritts werden regelmäßige Lernstandskontrollen durchgeführt, die bepunktet, jedoch nicht benotet werden. Der individuelle Lernfortschritt wird regelmäßig in Lernentwicklungsberichten dokumentiert. Diese erleichtern den Übergang in Regelklassen oder eventuell in eine andere Schule. 
Im März 2015 besteht für Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren zum ersten Mal die Möglichkeit, das Deutsche Sprachdiplom I (Niveaustufe B1) am FKG abzulegen. Damit haben die Schülerinnen und Schüler ein international gültiges und anerkanntes Zertifikat, das ihren Lernerfolg belegt.

Verzahnung mit der Regelklasse

Zu Beginn nehmen die Schülerinnen und Schüler mindestens am Unterricht in den praktischen und musisch-künstlerischen Fächern in der Regelklasse teil. Wegen der besonderen Bedeutung der englischen Sprache nehmen alle Schülerinnen und Schüler am Englischunterricht der Regelklassen teil, und lernen wenn möglich auch eine zweite Fremdsprache, z.B. Französisch, Latein oder Spanisch. In diesen Fächern nehmen die Schülerinnen und Schüler auch an den Leistungsmessungen teil.
Die Anzahl der Unterrichtsstunden in der Regelklasse wird je nach Lernfortschritt individuell gesteigert. Während der Zeit in der Sprachlernklasse erhalten die Schülerinnen und Schüler am Ende jedes Halbjahres einen Lernentwicklungsbericht aus der SLK (s.o.) sowie ein Zeugnis aus der Regelklasse, auf dem diejenigen Fächer benotet sind, an denen sie teilgenommen haben.
In der Regel verbeiben die Schülerinnen und Schüler maximal ein Jahr in der Sprachlernklasse, bevor sie ganz in die Regelklassen wechseln. In begründeten Ausnahmefällen kann der Verbleib in der Sprachlernklasse auf bis zu zwei Jahre ausgedehnt werden.
Die Sprachkompetenz der Schülerinnen und Schüler wird im Sinne der durchgängigen Sprachbildung nicht nur im Deutschunterricht erweitert, sondern als Aufgabe jeden Unterrichts verstanden.