ADDIS ABEBA  – EINE STADT, IN DER DIE NOT AM GRÖßTEN IST -

In Addis Abeba, der Hauptstadt von Äthiopien, leben ca. 100.000 Kinder zwischen vier und sechzehn Jahren auf der Straße. Ihre Lebenssituation ist unmenschlich und unwürdig: Sie schlafen in Plastiksäcken, wohnen in Mülltonnen und ernähren sich von den Abfällen der Restaurants.
Kriminell rivalisierende Banden rauben und töten. Kinderarbeit, Aids und Prostitution sind auf den Straßen in Addis Abeba Alltag. Bis zu 50 Prozent der Mädchen, die auf der Straße leben, sind HIV-infiziert. Die Straßenjungen arbeiten unter ausbeuterischen Situationen in Webereien, in denen die Arbeitszeit selten weniger als 18 Stunden am Tag beträgt.

BESUCH DES FELIX-KLEIN-GYMNASIUMS IN ADDIS ABEBA  - "EIN STÜCK ÄTHIOPIEN IM HERZEN" -

Nach dem Motto „Manche-Dinge-muss-man-selbst-gesehen-haben“ war im Zeitraum vom 3.-10. März 2008 eine achtköpfige Delegation vom Felix-Klein-Gymnasium (bestehend aus Lehrern, Schülern und Eltern) nach Addis Abeba gereist und hat eine erste persönliche Begegnung ermöglicht. Um viele Eindrücke und Erfahrungen reicher ist diese Delegation nach Göttingen zurückkehrt und hat bereits begonnen, ihre Erlebnisse an die Schüler-, Eltern- und Lehrerschaft weiter zutragen.
Was diese Delegation gesehen und unmittelbar erlebt hat, lässt sich nur schwer in Worte fassen: Äthiopien ist ein Land des Lachens, der Freundschaft und der Bereitschaft, auch das Wenige miteinander zu teilen. Äthiopien ist aber auch ein Land unvorstellbarer Armut, unbegreifbaren Elends und der bitteren Erkenntnis, dass tausende Kinder hier keine ungestörte Kindheit leben können.


 Mädchen tragen bis zu 40kg schwere Holzbündel täglich über 10 km weit, um für ihre Familien Geld zu verdienen. Mit 16 Jahren haben sich ihre Rücken meistens so stark unter dem Gewicht verformt, dass sie krumme Rücken haben und auch keine Kinder mehr bekommen können.
 Jungen weben Stoffe, um Geld für ihre Familien zu verdienen. Die Behausungen bestehen meistens nur aus einem Lehmraum, indem über 10 Personen wohnen, arbeiten und schlafen.

Wer Äthiopien einmal bereist hat, wird als ein anderer Mensch dieses Land verlassen. Ein Stück „Äthiopien“ begleitet einen fortan im Herzen und erinnert mit Wehmut an die Wärme der äthiopischen Sonne, den Geschmack des Kaffees und die Freundlichkeit der Menschen. Leise fragt dieser Teil des Herzens: "Was grämst du dich über deine momentane Situation? Denke an Äthiopien und frage dich, ob wirklich ein Problem besteht!"