FKG-Geschichte

Eine Chronologie

1890

7. März: Die städtischen Kollegien Göttingens beschließen, eine realitätsbezogene, weiterführende Schule ins Leben zu rufen.
17. April: Die neue Schule erhält den Namen "Höhere Bürgerschule" und nimmt den Unterricht mit zwei Klassen (Sexta und Quinta) 76 Schülern in der Roten Straße 16 auf. Leiter der Schule ist Direktor Persson, der Leiter der Volksschulen.

1891

9. April: Mit Hermann Ahrens erhält die Schule ihren ersten Direktor, der nur für sie zuständig ist. Sie wächst mit einer dritten Klasse, einer Quarta, auf 113 Schüler. Ein weiterer Raum wird im Hause Kornmarkt 12 (heute Karstadt Eckhaus) angemietet. Gleichzeitig wird der bereits im Vorjahr beschlossene Bau eines eigenen Schulgebäudes vorangetrieben.

1892

28. April: Einweihung des neuen Schulgebäudes an der Ecke Lotzestraße-Walkemühlenweg (heute Böttingerstraße). Es ist für 300 Schüler gedacht und erhält den Namen "Kaiser Wilhelm II. Realschule". Schülerjargon: "Kaiser Wilhelm dem Zweiten seine Realschule".

1895

Ostern: Entlassung der ersten Abschlußklasse (20 "Abiturienten"). Anerkennung als vollberechtigte Realschule.

1900

Die Schule wechselt mit 216 Schülern in das neue Jahrhundert.

1904

Mit einer Obersekundaklasse beginnt der Ausbau zu einer Oberrealschule.

1906

13. März: Erste Reife (Abitur)prüfung von 13 Schülern.
31. März: Anerkennung der Schule als vollberechtigte Oberrealschule.
28. April: Einweihung des Neubaus.

1912

4. Januar: Max Heckhoff löst Geheimrat Ahrens als Schulleiter ab. Die Zahl der Schüler ist auf 350 gestiegen. Das Schulgeld beträgt für einheimische Schüler jährlich 150 M, für auswärtige, die in der Stadt in Pension sind, 180 M, wenn sie nicht in Pension sind, 230 M. Verein ehemaliger Oberrealschüler gegründet.

1914/15

Kriegsbedingte Einschränkungen: Neun Lehrer werden zum Wehrdienst einberufen. Prof. Dr. Ludwig Krätzschmar übernimmt stellvertretend die Schulleitung.

1915

25. September: Dr. Max Heckhoff fällt als Chef einer Pionierkompanie vor Verdun.

1919

1. Juli: Dr. Walter Lietzmann übernimmt die Leitung der Schule.

1920

25. September: Einweihung des Landheims in Eddigehausen.

1921

Mai: Erstes Schulsportfest auf der Deppoldshäuser Wiese mit nachfolgender Maifeier auf der Plesse.

1922

Umbenennung der Schule: "Kaiser Wilhelm II. Oberrealschule mit Reformrealgymnasium".

1925

Sommer: Eine seit längerem auf dem Schulhof stehende Baracke nimmt vier Klassen auf. Zwei Klassen sind in der Aula untergebracht, drei Klassen in der zehn Minuten entfernten Knabenmittelschule (heute Voigtschule) in der Bürgerstraße.

1926

Frühjahr: Die städtischen Behörden erwerben für einen Schulneubau das Grundstück an der Böttingerstraße. Zahl der Schüler: 650. Das Schulgeld beträgt 180 RM für Einheimische, 270 RM für Auswärtige.

1928

24. November: Einweihung des neuen Schulgebäudes in der Böttingerstraße 17. Abends Festvorstellung von Shakespeares "Sturm" im Stadtpark. Erneute Umbenennung der Schule: "Oberrealschule mit Reformrealgymnasium".

1929/39

Viele Besuche ausländischer Delegationen, um den modernsten Schulbau Deutschlands zu studieren.

1933/34

Der kommunistische Lehrer Rudolf Küchemann, der Widerstand leistet und versucht, jüdische Schüler zu schützen, wird aus dem Schuldienst entlassen, bleibt aber für viele Schüler ein wichtiger Ansprechpartner und Ratgeber. Er überlebt den Krieg und kann später an die Schule zurückkehren.

1937

Weitere Umbenennung der Schule: "Oberschule für Jungen".

1939/45

Kriegsbedingte Einschränkungen: Für die zum militärischen Einsatz gerufenen Lehrer werden Ersatzkräfte (Pensionäre, Lehrerinnen, Fachunterrichtende) mobilisiert.

1940

1. April: Das fünfzigjährige Bestehen der Schule wird in einer schlichten Gedenkstunde gewürdigt.

1943

September: Erster Einsatz von Schülern der Schule als Luftwaffenhelfer.

1944

September: Schippeinsatz von Schülern unter Leitung von Lehrer Rehkopf.
Dezember: Schüler des Jahrgangs 1929 werden zum Volkssturm eingezogen.

1945

Januar/Oktober: Die Schule wird als Hilfslazarett benutzt.
Anfang April: Der Einmarsch der Amerikaner beendet den Unterricht.
Anfang Juli: Wiederaufnahme des Unterrichts in den Mittelstufenklassen. Eine Reihe von Lehrern darf bis zu ihrer Entnazifizierung nicht unterrichten.
Dezember: Die Unterstufenklassen nehmen den Unterricht wieder auf.

1946

Februar: Die oberen Klassen dürfen wieder unterrichtet werden.
25. September: Die Schule hat 830 Schüler, davon 242 Flüchtlingskinder.
1. November: Prof. Dr. Walter Lietzmann tritt nach 27jähriger Leitung der Schule in den Ruhestand.

1947

Frühjahr: Erstes Nachkriegsabitur von zwei Klassen (O.E. Müller / E Seyfarth).
2. September: Dr. Friedrich Seyfarth wird neuer Direktor der Schule.

1948

Juni: Schüleraustausch mit Dänemark.

1949

30. April: Neue Namensgebung: "Felix-Klein-Oberschule". Ab 1956: "Felix-Klein-Gymnasium" (FKG), die bis heute gültige Benennung.
September: Erster Schüleraustausch mit Frankreich.

1950

Januar: Probeunterricht der 275 für die Klasse 5 (Sexta) angemeldeten Schüler. Aufgenommen werden 195.
September: Oberstudiendirektor Dr. Seyfarth wechselt in die Staatliche Verwaltung der höheren Schule in Hannover. Aus eben dieser Dienststelle kommt sein Nachfolger als Leiter der Schule: Oberschulrat Dr. Hans Schauer.

1951

Im Schuljahr 1951/52 werden bereits wieder vierzig einwöchige Landheimaufenthalte durchgeführt. Das Schulleben normalisiert sich mehr und mehr. Die Schülerzahl: 984. Noch immer nach 25 Jahren erregt das Schulgebäude die Bewunderung in und ausländischer Besucher.
Juli: Schüleraustausch mit England (Cheltenham). Dieser von Dr. Erwin Helms angeregte und realisierte Austausch gibt den Anstoß zur Städtepartnerschaft von Göttingen und Cheltenham.

1952

24. November: Schulleiter Dr. Hans Schauer erleidet einen Schlaganfall und kann seinen Dienst nicht weiterführen. Er wird von Oberstudienrat Dr. Albers vertreten.

1954

März: Oberstudiendirektor Dr. Hans Deneke übernimmt die Leitung der Schule.

1955/56

Schülerzah1: 1275.

1957

27. Mai: Prof. Dr. Carl Friedrich v. Weizsäcker spricht auf Bitte des Kollegiums und der Schülerschaft über Fragen der Atombewaffnung im Zusammenhang mit der "Göttinger Erklärung der 18 Physiker".

1958

Dezember: Eine Schülergruppe unter der Leitung von Dr. Rohmann gewinnt die II. Stufe des Ludwig-Prandtl-Preises.

1959/60

Die Schüler zahlen kein Schulgeld mehr.

1961

Oktober: Der Schule wird ein Lehrgang von 26 Abiturienten aus der DDR angegliedert. Nach einem halben Jahr legen sie eine Anerkennungsprüfung für das Reifezeugnis ab.

1962

1. Juli: Dr. Hans Deneke übernimmt eine Dezernentenstelle in der Staatlichen Verwaltung der höheren Schulen in Hannover. Sein Nachfolger als Schulleiter wird am 1. September 1963 Dr. Fritz Focke.
26. September: Der "Göttinger Knabenchor" unter Franz Herzog gibt sein erstes öffentliches Konzert in der Jacobi-Kirche.

1963

5./6. Mai: Oberstudienrat Adolf Kraus wird bei der Rückkehr von einer geselligen Veranstaltung vor der Tür seines Hauses von einem Unbekannten niedergeschossen. Als Täter wird ein ehemaliger Schüler der Schule - M.B. - ermittelt. Am 16. Oktober erliegt Kraus seinen schweren Verletzungen.

1964

Herbst: Die Schülermitverantwortung erhält einen eigenen SMV Raum. Schülerzahl: 779.

1965

1. Januar: Der Landkreis Göttingen wird Träger der Schule.
8./11. Juli: 75 Jahre Felix-Klein-Gymnasium. Acht Sextaner des Gründungsjahres 1890 erleben die Festtage mit. Erste Maßnahmen der Saarbrücker Rahmenvereinbarungen: Wegfall des Probeunterrichts, größere Durchlässigkeit unter den weiterführenden Schulen, Wahlpflichtfach in der Oberstufe, Gemeinschaftskunde als neues Unterrichtsfach, Förderung der musischen Fächer. Ausbau des Landheims.

1965/66

Zwei Kurzschuljahre haben das Ziel, den Schuljahresbeginn, mit dem 1. August beginnend, in den Sommer zu verlegen.

1966

Ostern: Dreijährige Aufbaukurse für Realschulabsolventen (Jungen und Mädchen) werden eingerichtet.

1969

31. Januar: Verabschiedung des in den Ruhestand tretenden Schulleiters Dr. Fritz Focke.
12. Februar: Amtseinführung seines Nachfolgers OStDir Karl-Peter Schwien. Erweiterung des differenzierten Unterrichts: Auflockerung des Oberstufenunterrichts in den Fächern Religion, Deutsch, Gemeinschaftskunde, Biologie, Chemie, Kunstunterricht, Musik und Leibesübungen. Differenzierungen auch im Unterstufenunterricht (Englisch, Mathematik).
Ende Dezember: Der "Fall Schinke" erschüttert die Schule. Auseinandersetzungen mit extremistischen Schülern.

1970

Januar: Der Neubau (Anbau) der Schule 1969 begonnen steht für den Unterricht zur Verfügung.
Sommer: Mit der Aufnahme von Mädchen in die Klassen 5 gibt die Schule den Charakter einer Jungenschule auf.
12. Oktober; Das Sprachlabor wird in Betrieb genommen und damit das moderne, effektive Lernen erweitert.

1975

1. Januar: Die Schule kehrt in die Trägerschaft der Stadt Göttingen zurück.
10. Juni: Eine Schülergruppe von 13 Schülerinnen der Klasse 11Rs erhält von Bundespräsident Scheel in Anwesenheit von Altbundespräsident Heinemann den 1. Preis des Heinemann-Geschichtswettbewerbes für ihre Arbeit "Die Volksstimmung in Göttingen 1918/19".
22. Juni: Gedenkveranstaltung zum 50. Todestag von Felix Klein.

1976

1. August: Mit Beginn des Schuljahres beginnt mit der Klassenstufe 11 das neue Kurssystem der Sekundarstufe II (Aufgliederung in Leistungs- und Grundkurse).Die Schule wird dem neu geschaffenen Schulamt Göttingen (als unterer Aufsichtsbehörde) unterstellt. Dezernent: Ltd. Schulamtsdirektor Wittneben.

1977

16. Mai: Die letzte "Reifeprüfung" wird abgelegt. Künftige Benennung: "Abiturprüfung".

1978

1. Februar: Im Zuge der Gebietsreform wechselt die Zuständigkeit der oberen Aufsichtsbehörde vom Regierungspräsidenten in Hannover zur Bezirksregierung in Braunschweig.
Mai: Erstes Abitur in der reformierten Oberstufe. Die Schule hat 1444 Schüler, darunter 572 Schülerinnen.

1979

23./27. Mai: Feier zum 50jährigen Bestehen des heutigen Schulgebäudes.

1980

1. August: Einführung der Orientierungsstufe in Göttingen. Die Schule verliert ihre Klassen 5 und 6. Die untere Aufsichtsbehörde mit dem Schulamt Göttingen wird aufgelöst. Die gesamte Schulaufsicht wird von der Bezirksregierung Braunschweig übernommen.

1981

Januar: Bemühen um eine neu zu errichtende Sporthalle II. Eingabe von Schulleiter Schwien. Baubeginn dieser Sporthalle II: erst im Juni 1989.
Mai: Im Bundeswettkampf "Jugend trainiert für Olympia" wird in der Gruppe der 13 bis 14jährigen Jugendlichen eine Basketballmannschaft der Schule Deutscher Meister.

1982

Jahresende: Das Landheim in Eddigehausen wird geschlossen.

1983

1. Februar: Die neue Sporthalle I neben der Schule wird eingeweiht.

1987

Oktober: Die seit November 1985 geschlossene Turnhalle (gebaut 1928) wird abgerissen.

1989

18. Juli: Verabschiedung von Schulleiter Karl-Peter Schwien.
31. August: Der neue Schulleiter, OStDir Dr. Thomas Häntsch, wird in sein Amt eingeführt.

1990

9./12. Mai: 100 Jahre Felix-Klein-Gymnasium.
Im Felix-Klein-Gymnasium wird zum ersten Mal eine Klasse unterrichtet, die Französisch als erste Fremdsprache betreibt. Beginn der Erschließung des Schulgartens: Die das Schulgrundstück umgebende Mauer wird abgerissen. Auf dem ehemaligen Hildebrandtschen Grundstück werden eine Streuobstwiese, ein Felsengarten, ein Kleinfeld-Spielplatz, ein Biotop, eine Grillanlage, ein "Klassenzimmer im Grünen" sowie ein Brunnen geschaffen.

1995

15. Mai: Einweihung einer neuen Computeranlage: Aufgrund einer Spende des Schulelternrates und des "Vereins ehemaliger Schüler und Freunde" kann im ausgebauten Dachgeschoss der Schule ein mit modernsten Rechnern ausgestatteter Computerraum in Betrieb genommen werden.
Juni: Preis der Bundeszentrale für politische Bildung: Für ihre Arbeit zur Versorgung des Schulgebäudes mit erneuerbarer Energie gewinnt die Klasse 10f2 den Hauptpreis.
August: Einrichtung des mathematisch-naturwissenschaftlichen Zweiges: Aufsteigend von Klasse 7 wird am FKG bisher singulär in Niedersachsen eine Klasse mit mathematisch-naturwissenschaftlichem Schwerpunkt geführt.
13. November: Die Theater-AG des Felix-Klein-Gymnasiums erhält in Anerkennung und Würdigung der künstlerischen Leistung den Kulturpreis des Landkreises Göttingen.

1997

27. Januar: Lehrer, Eltern und Schülerschaft beschließen, dass jeweils am 27.01. die unterrichtliche Arbeit dem Gedenken der Opfer des Nationalsozialismus gewidmet wird.

1998

Der ständige Vertreter des Felix-Klein-Gynmasiums, StD Dr. Klaus Juraschek, erhält den Karl-Heinz-Beckurtspreis. Diese Wissenschaftsauszeichnung wird alle zwei Jahre für herausragendes Engagement in Anregung von Schülern zu eigenen wissenschaftlichen Arbeiten vergeben.
30. November: Einweihung des neuen Sprachlabores: Als erste Schule in Niedersachsen erhält das Felix-Klein-Gymnasium ein multifunktionales Computer-Sprachlernlabor.
Falk v. Dincklage, Schüler der Jahrgangsstufe 12, wird bei der internationalen Physikolympiade in Wien Weltmeister im Mannschaftswettbewerb.

1999

April: Gedenkwoche zum 150. Geburtstag von Felix Klein.
August: Bei der APIEL-Prüfung (Advanced Placement International English Language), bei der sich die Schule zum ersten Mal beteiligt, erzielt das FKG unter den niedersächsischen Gymnasien das beste Ergebnis.

2000

Das FKG ist Gründungsmitglied von MINT - EG.

2001

Das FKG feiert das 10jährige Bestehen seines Schulgartens.
Es findet eine "Comenius-Woche" statt.
Das Felix-Klein-Gymnasium wird als "Umweltschule in Europa" ausgezeichnet.
Der 2.Preis beim "Siemens Award" (immerhin fast 9.000 Euro) geht an das FKG.

2002

Im Mai erringen Kai Wissner und Christian Klauer den 2.Preis beim Bundeswettbewerb "Jugend forscht".
Im Juni wird die "Dreigroschen Oper" mit großem Erfolg aufgeführt.

2004

Im Zuge der Abschaffung der Orientierungsstufen wird die ehemalige Jahnschule an der Bürgerstraße Außenstelle des FKG.
Hier ("Kleiner Felix") werden die 5. und 6. Klassen untergebracht.

2005

Zum wiederholten Mal wird das FKG als 'Umweltschule in Europa' ausgezeichnet.

2006

FKG schneidet beim ersten Zentralabitur Niedersachsens als eine der besten Schulen des Landes ab.
FKG wird erneut als Mint-Schule zertifiziert.

2009

Nach 20jähriger höchst erfolgreicher Arbeit als Schulleiter wird Dr. Thomas Häntsch als Schulleiter verabschiedet.
Nachfolger wird Dr. Klaus Juraschek.

2010

Erstmals legen Schüler und Schülerinnen am FKG das IB Diploma ab.

2011

Nach einer weiteren Schulreform machen zwei Jahrgänge im so genannten "Doppeljahrgang" gleichzeitig das Abitur.
Fast 300 Abiturienten und Abiturientinnen werden am 25.Juni im Jahnstadion verabschiedet.

2012

Im Rahmen einer Feierstunde mit dem Kultusminister wird das FKG als "Partnerschule des Leistungssports" zertifiziert.

2013

Für eine Podiumsdiskussion kommt die niedersächsische Kultusministerin Heiligenstadt in die Aula des FKG.

2014

Neuer Schulleiter am FKG ist Michael Brüggemann.

2015

Mit zahlreichen Aktivitäten und Aktionen feiert das FKG sein 125jähriges Bestehen.
Prominenter Redner beim offiziellen Festakt ist Generalbundesanwalt Harald Range.